Waltraud Hable

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Wohin 2026? Meine Top-3-Reiseziele

Die Welt ist groß, ja. Und manchmal weiß man nicht so recht: „Wohin“? Einfach deshalb, weil die große Auswahl auch überfordern kann. Deswegen hier 3 Reiseziele, die ich euch wärmstens ans Herz legen kann. Zwei sind mit Langstreckenflug verbunden (ich weiß, das mag nicht jeder, aber ich treibe mich nun Mal viel „weit weg“ herum). Ein Ziel ist von der Anreise-Reisezeit absolut aushaltbar. Aber ich garantiere: Alle 3 sind besonders. 

Hier vorab zum schnellen Klicken: 

Ach ja, und wer in Europa was erleben will – und das vielleicht sogar gemeinsam mit meiner Wenigkeit: Von 13. bis 17. Mai 2026 lade ich 12 Frauen nach Lissabon und die portugiesische Riviera an. Alle Infos gibt’s hier. 

So, jetzt aber genug geschwafelt. Kommen wir zu meinen 3 Destinationen, die 2026 für unvergessliche Momente sorgen. 

Tipp 1: NAMIBIA Roadtrip mit Sanddünen, die im Atlantik enden

Namibia hatte ich nie auf dem Schirm. Ich kannte das Nachbarland Südafrika, ja. Aber weil ich Kapstadt, die Garden Route und die Kruger-Nationalpark-Gegend prinzipiell toll fand, habe ich nie wirklich geschaut, was eine Ecke weiter liegt.

Großer Fehler.

Denn Namibia ist ein absolut positives Überraschungspaket. Und am Ende habe ich mich gefragt: Warum zum Teufel bin ich nicht schon früher hierher gekommen?

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Zum einen hat mich die Weite und die Leere fasziniert. Und damit meine ich nicht, dass Namibia „ein bisschen weniger Leute als bei uns“ hat, sondern über viele Landstriche so leergefegt scheint, dass man irgendwann aufhört, nach dem nächsten Ort zu suchen. Namibia gehört neben der Mongolei zu den am dünnst besiedelten Ländern der Welt. 

Roadtrip Namibia

Meine Empfehlung: Gute Musik an und Fenster runterkurbeln, während man durch Namibia brettert. 

Der Roadtrip von Windhoek nach Swakopmund

Man fährt und fährt und fährt, und die Gedanken werden leiser. Vor allem bei einem Roadtrip von der Hauptstadt Windhoek in Richtung Atlantik und nach Swakopmund ist das so.  Das Ganze hat was Wildromantisches. 

300 Kilometer geht es auf einer schnurgeraden Straße dahin. Am Anfang ist es noch alles grün mit gelben Butterblumen, die so aussehen, als wären sie in Europa aufgewachsen. Dann wird es langsam trockener, wüstiger und wie in einem Kinofilm zum Thema Death Valley. Und irgendwann tauchen die Dünen vor einem auf, wie ein Übergang in eine andere Welt, und enden irgendwann einfach im Meer. Roter Sand bis zum Himmel und dann der tiefblaue Atlantik, dieses Bild gibt es nicht oft. Ich war jedenfalls sprachlos.

Es laufen Leute rum, die Herbert oder Franz heißen, obwohl sie nicht nach Herbert oder Franz aussehen.

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Swakopmund selbst war dann die nächste Überraschung. Die Stadt ist eine ehemalige deutsche Kolonie und ein bisschen wie aus der Zeit gefallen. Sie wirkt wie ein einsamer Kurort am Meer. Es gibt ein paar Geschäfte, Fischrestaurants, viele sprechen Deutsch, und es laufen Leute rum, die Herbert oder Franz heißen, obwohl sie nicht nach Herbert oder Franz aussehen.

Walvis Bay: Pinke Salzseen und Flamingos. 

Ein paar Kilometer weiter bezaubert die Walvis Bay mit rosa Salzseen und Flamingos, die so herumstaksen, als müssten sie dringend aufs Klo. Dabei suchen sie so nach Futter, aber ihr nervöses Staksen ließ mich selbst auf die Toilette rennen, es ist ansteckend.

Etosha Nationalpark: Safari abseits vom Massenbetrieb.

Und für alle, die mehr Zeit als ein paar Tage haben, gäbe es auch noch die andere Seite von Namibia, die grüne Seite, wenn man so will. Im Etosha-Nationalpark kann man Safaris machen. Da gibt es so gut wie alles zu sehen, was es in Südafrika auch zu sehen gibt, also Elefanten, Giraffen, Löwen. Nur ein bisschen ruhiger und oft günstiger. Kurz: Namibia ist ein echt guter Deal, in vielerlei Hinsicht. 

Ach ja, idealerweise fährt man zwischen November und März, also wenn’s warm ist. Aber das ist als chronische Sonnenanbeterin nur meine persönliche Präferenz.

Salzsee in Walvis Bay

Die pinken Salzseen bei Walvis Bay. 

Straßenschild Namibia

Straßenschild in Namibia, das den nächsten Schattenplatz unter einem Baum ankündigt.

Waltraud Wüste Namib

Dünen und Himmel. Sonst nichts. Könnte schlimmer sein.  

Echse Namib

Die Wüste lebt – diese kleine Echse musst nur kurz fürs Foto herhalten. Keine Sorge, es geht ihr gut 🙂 

Meine zwei Lieblingsmomente in Namibia:

  • Roadtrip nach Swakopmund: Der 300-Kilometer-Roadtrip mit super schlechter 90ies-Playlist (Britney und so): Fenster runterkurbeln, mitsingen und hin und wieder in der Wüste anhalten, um Fotos zu machen, die auch ohne Talent 1.000-prozentig was werden, weil der Hintergrund so schön ist, dass er alles übernimmt.
  • Leben in der Wüste entdecken. Die Tour durch die Namib-Wüste mit einem Einheimischen. Sie ist die älteste Wüste unseres Planeten, und Namib heißt übersetzt so viel wie „große Leere“, aber ich finde, der Name ist falsch gewählt. Man mag auf den ersten Blick nichts sehen, aber unter dem Sand spielt es sich ordentlich ab: Echsen. Mini-Schlangen. Büsche, die Wasser spenden. Es war wie ein Survival-Kurs, nur live.
Tipp 2: BORNEO Hausboot-Tour zu den Orang Utans
Borneo Hausboot Tour

So schippert man per Hausboot in Borneo durch den Regenwald und Mangroven. Stundenlang. Ach, was sag ich: Tagelang! 

Borneo stand mehrere Jahre auf meiner Must-See-Liste. Vor allem die Hausboot-Tour durch den Nationalpark, wo die Orang-Utans in freier Wildbahn leben, hat mich gereizt. Aber ich habe mich lange nicht über die Sache drübergetraut.

Hausboot-Tour auf Borneo: Was ist ein Klotok?

Denn diese Hausboote, die man Klotoks nennt, sind immer mit einer mehrköpfigen Crew ausgestattet: Es braucht einen Bootsführer, einen Tourguide, jemanden, der kocht. Und wenn man – wie ich – alleine reist, ist das Setting plötzlich sehr intim. Ich oben am Deck, drei oder vier Leute unten. Das war mir irgendwie unangenehm. Also hab ich’s gelassen.

Bis … ja, bis eine Freundin plötzlich dringend eine Auszeit brauchte und willens war, in den Flieger nach Jakarta zu springen und die Sache mitzumachen. Von da an war alles easy.

Ein paar WhatsApp-Nachrichten mit Bootsbetreibern, die wir im Internet gefunden hatten – zack, schon war die Sache gebucht und wir auf dem Weg in den Tanjung Puting National Park.

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Hausboot Borneo

Per Hausboot durch Borneo: So sehen die Klotoks aus.

Das Bett an Bord. Nachts wird ein Moskitonetz drübergehängt. 

 

Wie das Ganze ausgestattet war? Nun, ich kann Entwarnung für alle geben, die befürchten, so ein Hausboot wäre spartanisch und die Toilettensituation eher traumatisierend. Das Boot war perfekt. Nicht perfekt im Sinne von luxuriös. Aber alles angenehm schlicht und sehr sauber. Es gab einen Schlafbereich mit Moskitonetz, offen zu den Seiten, ein bisschen überdacht. Weiter vorne war ein Essbereich mit Tisch und Sesseln sowie ein Platz zum Sitzen und Schauen, Mangroven links, Dschungel rechts, ab und zu schwingt sich ein Affe durchs Bild. Und das Badezimmer? Ja, es gab heißes Wasser in der Dusche und saubere, westliche Toiletten. 

Dazu: herrliches Essen. Wir wurden den ganzen Tag verköstigt. So viel kann man gar nicht essen, wie die aufgetischt haben.

Orang Utan Mutter mit Baby in Borneo

Orang-Utan Mama mit schlafendem Baby. Cuteness alert! 

Ein Orang-Utan an einer Fütterungsstation.

Orang-Utan-Fütterungsstationen: Was dort wirklich passiert

Das Hausboot tuckert also durch den Fluss im Nationalpark. Tagsüber hält man an den Orang-Utan-Fütterungsstationen. 

Und nein, niemand füttert dort die Tiere an, um sie abhängig zu machen. Das ginge auch gar nicht. Orang-Utans sind nicht zu kontrollieren, nicht durch Zäune und auch nicht durch ein paar „geschenkte“ Bananen oder Maiskolben.

Diese Affenart schwingt sich von Baumkrone zu Baumkrone, ohne Grenzen. Und wenn die Orang-Utans im Dschungel genug reife Früchte finden, dann sind ihnen die Fütterungsstationen eher schnuppe.

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Aber prinzipiell sind solche Stationen ein guter Platz, um sie zu beobachten und alles im Detail aufzunehmen. Mich haben vor allem diese ewig langen Finger fasziniert, die sich vorsichtig an Baumstämme und Zweige herantasten, als würden sie fragen: Hältst du mich wirklich? Und dann: die Affenmütter, die ihre Babys am Rücken tragen, und die konstante Berührung, die man zwischen den Tieren sieht.

Waltraud Hable auf Hausboot in Borneo

Ganz nah an der Natur. Ich habe sogar schwimmende Äffchen gesehen (und ein Krokodil, das sie gejagt hat). 

Crew Hausboot Borneo

Unsere Hausboot-Crew: Skipper, Kapitän, Köchin, Naturguide – und ich und meine Freundin, die spontan mitkam.

Nachts auf dem Fluss: Glühwürmchen im Dschungel

Der schönste Moment kam aber nachts. Unser Bootsführer fragte eher beiläufig, ob wir Glühwürmchen sehen wollen. „Ja, klar. Glühwürmchen sind immer nett anzuschauen“, meinte ich. Nicht wissend, dass er das als konkreten Auftrag sah und dafür mit uns über eine Stunde durch die Dunkelheit und die Mangroven schipperte, um den einen Baum zu finden, der komplett voller Glühwürmchen war. Darunter haben wir dann für die Nacht geankert – mit Blick auf einen Baum, der aussah wie ein geschmückter Weihnachtsbaum mitten im Dschungel.

Was man zum Borneo-Orang-Utan-Abenteuer wissen sollte:

  • Reisezeit: Die für mich beste Reisezeit nach Borneo ist im Mai. Da ist noch nicht Hochsaison (diese startet erst im Juni) und die Regenzeit ist mehr oder weniger vorbei. Außerdem sind die Preise etwas niedriger als zur Hauptsaison. Für 3 bzw. 4 Tage zahlt man je nach Anbieter ca. 290 bis 400  Euro. Der Fluss ist im Mai nicht übervoll mit Booten und das Wetter ist halbwegs erträglich. Schwül, ja, aber mit kleinen Schauern zwischendurch.
  • Geduld haben.  Orang-Utans, die sich frei durch die Bäume schwingen, sind oft für das untrainierte Auge nicht zu erkennen. Ihr Fell verschmilzt mit den Dschungelfarben. Auf Bewegung in den Bäumen zu achten, hilft. Und:  Nach oben schauen! Orang-Utans schlafen in Nestern in den Baumkronen,
Tipp 3: DAHAB in Ägypten – zwischem Roten Meer und der Sinai-Wüste
Dahab Strand

Der nördliche Strand von Dahab. Morgens und abends wird alles in ein weiches, rötliches Licht getaucht.

Um Ägypten habe ich lange einen großen Bogen gemacht. Unter anderem weil eine höchst patente und abenteuerlustige Freundin nach einer Kairo-Reise samt Nilkreuzfahrt komplett entnervt zurückkam. „Du wirst dauernd angesprochen, verfolgt, jeder will dir irgendwas andrehen“, meinte sie. „Es strengt wahnsinnig an, ständig alle abzuwehren. Nach ein paar Tagen hätte ich das Hotel am liebsten gar nicht mehr verlassen.“

Also: Nein zu Ägypten für mich.

Doch dann lernte ich einen Langzeitreisenden kennen, der seit Jahren immer wieder in Dahab hängen bleibt und von diesem Ort in den höchsten Tönen schwärmte.

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Dahab liegt direkt am Roten Meer, acht Stunden südlich von Kairo und eingerahmt von den Bergen der Sinai-Wüste.

Das heißt: Roter Sand trifft auf blitzblaues Wasser in dieser absurden Farbe, die man sonst nur von Photoshop kennt. Vor allem Taucher, Freediver und Kitesurfer zieht es hierher. Und obwohl ich keine Wassersportlerin bin (ich habe nach wie vor Angst, dass der weiße Hai mich frisst – altes Kindheitstrauma), dachte ich: Warum nicht? Irgendwie scheinen hier alle unbehelligt im Bikini rumzurennen, und die Instagram-Stories des Typen sahen absurd schön und sehr relaxed aus.

 

Strand Dahab

Sonnenuntergang am Strand von Dahab.

Yoga wird in Dahab auf Fleckerlteppichen gemacht.

Für wen Dahab geeignet ist – und für wen nicht

Vorweg: Für die Strände kommt nicht nach Dahab, denn die sind nicht die schönsten. Diesbezüglich ist man besser im eine Stunde entfernten Touristenmekka Sharm el-Sheikh aufgehoben.

Man findet roten Sand, ja – aber eben auch viele Steine, Kiesel und Zigarettenstummel.

Und Dahab ist trotz der vielen Tauchgäste noch sehr ursprünglich: Der Ort hat so um die 20.000 Einwohner. Hunde, Katzen, Ziegen laufen durch die Straßen. Supermärkte sind eher Theorie, vieles passiert auf lokalen Märkten. Man sieht Beduinen in traditioneller Kleidung und an den Ausläufern viel Bauschutt. Manches wirkt eher unfertig. Aber trotzdem stößt man dann wieder auf schicke Hipster-Cafés, die man an diesem Ort nicht erwarten würde. Und: Wer’s von Netflix kennt, das berühmt-berüchtigte Blue Hole liegt gleich in der Nähe. Das Ganze ist einer der wichtigsten Spots für Freediving. Und einer der gefährlichsten.

Ziehen in Dahab

Ziegen gehören zum Straßenbild von Dahab dazu.

Gleich hinter der Ortstafel beginnt die Wüste.

Farbenprächtige Unterwasserwelt direkt vom Ufer

Was ich sagen will: Ich habe mich nicht auf den ersten Blick in Dahab verliebt. Aber mittlerweile schätze ich es sehr, denn Dahab hat drei unschlagbare Argumente:

1. Man kommt hier zur Ruhe, ob man will oder nicht. Alle sind super gechillt, man kann sich die meisten Strecken zu Fuß ergehen.

2. Schnorcheln klappt vom Ufer weg,

Es braucht keinen Bootstrip zum Schnorcheln. Das ist keine unwichtige Info, wenn man – wie ich – schnell seekrank wird. Man geht direkt vom Strand ins Wasser und findet eine sagenhaft bunte Unterwasserwelt.

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Eine Freundin von mir blieb gleich drei Monate lang und wurde ihrem täglichen „Ich sag den Fischen mal Hallo!“ nicht müde.

3. Die Wüste! Alleine, wenn man nachts von Sharm el-Sheikh nach Dahab eine schnurgerade Wüstenstraße entlangfährt (die Flieger landen kurioserweise immer zu unmöglichen Zeiten wie 3 Uhr früh), fühlt es sich an, als würde man langsam aus der normalen Welt rausfahren. Hinein, in ein Märchen aus 1.001 Nacht.

Und was mich am allermeisten überrascht hat: Ich habe nichts von dem erlebt, wovor ich Angst hatte. Kein permanentes Ansprechen, kein Bedrängen. Die Einheimischen waren freundlich, zurückhaltend und respektvoll.

 

Waltraud Hable am Strand in der Nähe von Dahab

Statt Beach-Clubs gibt es hier Beach Camps im Bedouinen-Stil.

Höhle Ägypten

Ausflug in die Wüste, dort, wo anscheinend Moses die 10 Gebote geflüstert bekommen hat.

Was man zu Dahab vorab wissen sollte:

  • Respektvoll kleiden. Am  Strand ist auch der knappeste Bikini okay. Aber auf der Straße ist – zumindest sehe ich das so – ein bisschen züchtiger angebracht, einfach aus Respekt vor den Leuten, die hier leben. Wenn ich zum Yoga gegangen bin, habe ich ein Kleid über meine kurzen Radlershorts angezogen und gut war’s. 
  • Dahab hat extrem viele Straßenhunde. Aber die tun nix. Kaum einer bellt oder meint, sein Revier verteidigen zu müssen. Die wirken alle, als wären sie auf Prozac und wie die entspanntesten Straßenhunde der Welt (und das aus meinem Mund, ich mag eigentlich keine Hunde). Vielleicht liegt’s an der Landschaft, die alle ein bisschen weicher im Herzen macht. Wenn sich zur untergehenden Sonne als in rötlich-weiches Licht taucht – Magie pur. 
Waltraud Hable in der Wüste_Making of
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